Zwischen Angst und Anpacken

Manche Spielfelder fürchten sich vor den Flüchtlingen, andere gehen selbst an die Grenze und helfen mit

Steiermark | GRENZGANG: NOORMOFIDI, PÖLSLER | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Als vorvergangene Woche an die 3000 Flüchtlinge Absperrungen durchbrachen, dauerte es nicht lange, bis wilde Gerüchte die Runde machten. "Ich kenne keinen Supermarkt von Spielfeld bis Wildon, der nicht angeblich ausgeraubt worden wäre", sagt Bürgermeister Reinhold Höflechner (ÖVP). Angeheizt wurde die Stimmung zusätzlich von der Kronen Zeitung, die wüste Behauptungen in einem Kommentar wiedergab.

Das Ärgste, was an Delikten zu erfahren ist, seien in Wirklichkeit "Apfel-und Weintrauben-Diebstähle", sagt der Bürgermeister. "Aber die Leute fürchten sich irrsinnig, wenn die Flüchtlinge zwischen den Häusern herumgeistern", bezieht er sich auf jene Stunden, in denen Flüchtlinge die Straßen gen Norden entlanggezogen sind. Mittlerweile hat sich die Lage im Ort beruhigt, das Geschehen konzentriert sich auf den Grenzübergang.

Dennoch herrscht in Spielfeld Unmut: In einen Protestmarsch gegen die Flüchtlingspolitik, zu dem rund 500 Teilnehmer kamen, reihten sich auch Einheimische ein.


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