Post-postdramatischer Funpunk

Das Schauspielhaus hat eine neue Intendanz. Tomas Schweigen zieht in "Punk & Politik" alle Register

Feuilleton | KRITIK: MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Einmal das Theater im Theater betreten. Dieses Erlebnis hat das Publikum, bevor ein Wort in dem Stück "Punk & Politik" gesprochen ist. Es ist die erste Aufführung des neuen Schauspielhaus-Intendanten Tomas Schweigen, der das Stück gemeinsam mit dem siebenköpfigen Ensemble entwickelte. Der Besucher gelangt über die Bühne zur Tribüne, wo ihn eine weitere Verdrehung erwartet: Er blickt nämlich auf eine Kopie des Eingangsportals (Bühnenbild: Stephan Weber); Autolärm macht die Illusion perfekt. Was machen die drinnen da drinnen?

Die Beschäftigung mit der Institution Theater und die Frage, inwiefern Kunst zu den Menschen hinaus auf die Straße treten kann, sind die Leitmotive dieses Abends. Der Titel "Punk & Politik" klingt nach einem Cultural-Studies-Seminar und der Stoff, die Europäische Union, lässt eher an Büro als an Pogo denken.

Fad wird einem dennoch nicht. Da wird gesungen und getanzt, die Türen knallen wie im Bauerntheater und auch die eingespielten Videos sorgen für Tempo.


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