Die Grenzgänger

Warme Kleidung, warmes Essen, Platz - am Grenzübergang Spielfeld fehlt es an allem. Es kommt zu brenzligen Situationen

Steiermark | REPORTAGE: DONJA NOORMOFIDI, GERLINDE PÖLSLER | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015


Foto: Erwin Scheriau / APA / picturedesk.com

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Im Niemandsland zwischen Šentilj und Spielfeld brennen Lagerfeuer, Menschenmassen stehen dicht gedrängt und warten, dass sie endlich nach Österreich einreisen dürfen. Durch Megafone rufen Dolmetscher auf Arabisch und Englisch: „Bleibt ruhig, setzt euch hin. Jeder kommt herein, wir brauchen Zeit, um das zu organisieren.“ Auf der anderen, der österreichischen Seite der Sperren warten ebenfalls viele hundert Flüchtlinge in langen Schlangen und umzingelt von Dixi-Klos auf die Busse. Diese bringen sie in die Notquartiere im ganzen Land und an die oberösterreichisch-deutsche Grenze. Doch auch die Notquartiere werden knapp, und Deutschland limitiert die Zahl der Flüchtlinge, die pro Stunde über die Grenze dürfen. Also wohin mit den Menschen?

Das Wichtigste sei der Abtransport mit den Bussen, sagt ein Soldat im Vorbeigehen: „3000 hier, 5000 auf der slowenischen Seite, die herüberwollen. Wenn der Abtransport nicht funktioniert, dann kommt es hier zu Unmut und zur Explosion.“ Der Soldat sagt das ganz ruhig, er hat sich an den Ausnahmezustand gewöhnt.


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