Nüchtern betrachtet

Gewürzbrot, Bürsten und Würste in Würzburg

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Als Urlaubs- und Reiseziel wird Deutschland hierzulande ja total unterschätzt. Also habe ich beschlossen, Ausgleich zu schaffen. Wenn der Deutsche über unsere Äcker hüpft und auf unsere Dome kraxelt, kann ich das auch; wenn die Deutsche über den Mozart-Steg geht, dann steh ich halt auf der Mainbrücke rum. Wobei, rumstehen brauch ich da nicht, das tut der Würzburger eh schon selber: Steht auf der Brücke und süffelt Sülvaner aus dem Glas. Hat schon Stil.

In Würzburg war ich vor circa 38 Jahren schon mal gewesen, und weil sich meine Frau aus Gründen, die ein in einem Mysterium verpacktes Rätsel darstellen, das in einem Enigma steckt, zu einer Spezialistin für die Fahrpläne des unterfränkischen Regionalverkehrs hat ausbilden lassen, dachte ich: So viel geballte Kompetenz darf man nicht ungenutzt lassen, setz ich mich halt auch in den ICE 128 und mache zum Main hoch.

Würzburg hat nur 24.000 Einwohner weniger als Salzburg, aber auch eine Festung und ebenfalls einen Dom. Es gibt


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