Musiktheater Kritik

Eher schiefgegangene Performance mit Musik

Lexikon | HR | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Drei Generationen der österreichischen Nachkriegszeit bevölkern im Stück "KZ. Imaginaire" von Ernst Kurt Weigel die Bühne. Der golden bemalte Großvater ist ein Widerstandskämpfer, der das KZ überlebte und unter dessen Geist der Enkel als Molière'scher eingebildeter Kranker zerbricht. Eine dritte Generation will als mit dem Nazitum sympathisierendes Paar von dieser zu heilenden Welt nichts mehr wissen. Eine Groteske sollte das werden, in der Therapeuten am Ungeist der Jetztzeit auch fäkal-befreiend herumdoktern, glaubwürdig ist die drastische Satireperformance des Bernhard Ensemble mit Musik und Songs von Florian Kmet aber nicht, allenfalls grauslich. Ob man damit "den Anfängen" einer menschenverachtenden Politik "wehren" kann, darf bezweifelt werden.

Das Off-Theater, Fr, So 19.30 (bis 4.12.)


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