5 Sind unter den Flüchtlingen auch Dschihadisten aus dem IS?

Politik | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Immer wieder tauchen diese Bilder im Netz auf. Man sieht Männer, die glücklich in Europa angekommen sind und in die Kameras lachen und daneben Bilder der gleichen Menschen in Uniform oder mit Waffen. Die Vorher-Nachher-Vergleiche sollen sicher machen: das sind gar keine Verfolgten, die da kommen, sondern Kämpfer, vielleicht sogar Terroristen.

Sehr oft sind diese Leute einfach nur Deserteure, die nicht mehr kämpfen wollten. Das prominenteste Beispiel der Diffamierung war Osama Abdul Mohsen, jener Flüchtling, der von einer ungarischen Kamerafrau mit seinem Sohn im Arm niedergetreten wurde. Auch österreichische Anti-Islam-Aktivisten denunzierten ihn als Mitglied der Al-Nusra-Front und als Al-Kaida-Anhänger. Die New York Times ging den Gerüchten penibel nach und zeichnete das Bild einer Denunzierungskampagne, die vermutlich vom syrischen Regime ausging und Osama Abdul Mohsen zu Unrecht diskreditierte.

Dass auch Terroristen ins Land kommen können, bestreitet indes niemand. Nur entdeckt wurde bis jetzt keiner, wie das Innenministerium bestätigt. Peter R. Neumann, Terrorforscher am Londoner Kings-College betont, dass die IS-Truppen ihre Anhänger dezidiert auffordern, in Syrien zu bleiben, da es ohnedies genügend Sympathisanten in Europas Hauptstädten gebe.

Ein größeres Problem, so hört man von Verfassungsschützern seien anerkannte Flüchtlinge aus Tschetschenien. Sie stellen den Großteil jener IS-Sympathisanten, die immer wieder nach Syrien aufbrechen. Wenn sie geschnappt werden, verlieren sie ihr Asyl. Die Höchstgerichte werden klären, ob eine Auslieferung nach Russland zulässig ist.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige