Theater Kritiken

Great Depression: Zu zärtlich, zu brutal

Lexikon | MARTIN LHOTZKY | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Es wäre so leicht und schön, wenn ich dich nicht am Hals hätte", sagt George zu Lennie. Er meint es so. Und dann auch wieder nicht. Denn George kümmert sich rührend um den großen, dummen Freund. Malt ihm schöne Bilder von einer Zukunft in einem kleinen, unabhängigen, gemeinsamen Glück, wo Lennie endlich Kaninchen streicheln darf. Er streichelt gern, nur leider ist er viel zu stark, und das endet immer wieder tragisch. George (Philipp Stix) weint, als er Lennie (Paul Basonga) schließlich den Gnadenschuss ("Schau nach vorn!") versetzt, und wir mit ihm. Bruno Max inszeniert John Steinbecks Novelle "Von Mäusen und Menschen", die von kleinen Leuten auf der Suche nach ein bisschen Halt während der Great Depression in den 1920er-Jahren in den USA erzählt, naturalistisch und schonungslos. Ein großer, tieftrauriger Abend.

Scala, Fr, Sa, Di-Do 19.45


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige