DIE MACHT DES HÖRENSAGENS

Mit den Flüchtlingen kommen die Gerüchte über sie. Schmutzig, unzivilisiert und schamlos seien sie. Warum verbreitet sich feindselige Propaganda in Krisenzeiten besonders gut? Und was könnte eine wirklich gute Regierung dagegen tun?

Politik | ANALYSE: BARBARA TÓTH | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015


Illustration: AHAOK

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Zum Beispiel das Zaungerücht. Ein „Türl mit Seitenteilen“, wenn man dem sozialdemokratischen Kanzler Werner Faymann glaubt. Oder doch eine Sperre zur Sicherung der „Festung Europa“, wie ihn sich die bürgerliche Innenministerin Johanna Mikl-Leitner denkt? Die Regierung war sich letzte Woche einmal mehr nicht einig, wie sie die geplante Einfriedung an der steirisch-slowenischen Grenze bei Spielfeld nennen soll.

Sie zeigte damit auch, wie schnell zweideutige politische Wortmeldungen Gerüchte befeuern – und letztlich Realitäten schaffen können. Der Zustrom der Flüchtlinge an Österreichs Südgrenze war in den Tagen rund um die Zaundebatte noch größer geworden. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Neuigkeit über das Zaunvorhaben unter den Flüchtenden verbreitet.


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