Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Die Castingshow "The Voice of Germany" (ProSieben und Sat. 1) ist Unterhaltung für Menschen, denen Dieter Bohlen zu zynisch ist. Die Jury verhält sich stets wohlwollend und findet sogar nette Worte, wenn Kandidaten oder Kandidatinnen "nicht ganz so überzeugend" waren. Michi Beck und Smudo von den Fantastischen Vier riskieren immer wieder einmal eine dicke Lippe, entschuldigen sich dann aber sofort artig -es war ja eh nicht so gemeint. Der Popsänger Andreas Bourani versucht sich immer wieder einmal in der Pose jugendlicher Coolness, kann aber den distinguierten Wortschatz seiner bildungsbürgerlichen Erziehung nur schwer verbergen. Auch die Musikerin Stefanie Kloß ("Silbermond"), die einzige Frau in der Runde, ist frei von Allüren.

Manchmal ertappt man sich daher dabei, dass einem das Feuer der Trash-Hölle abgeht. Ohne einen Beelzebub wie Bohlen droht im Pophimmel paradiesische Monotonie.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige