Gelesen Bücher, kurz besprochen

Inventarnummer 1938

Politik | BARBARA TÓTH | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Es hat lange gedauert, bis die heimischen Museen ihre Provenienzforschung begonnen haben. Die aufsehenerregenden Fälle von Kunstrückgaben berühmter Werke Klimts, Schieles und Kokoschkas in den späten 1990er-Jahren verstellten zuerst den Blick auf die vielen Alltagsgegenstände, die die Nazis systematisch jüdischen Familien abgepresst haben und die bis heute Teil von Sammlungen sind. Wertvolle Musikinstrumente gehören dazu, aber auch Radio-und Fotoapparate, Möbel, Fahrräder, Autos und Motorräder.

Beispiele dafür finden sich in der neuen Ausstellung des Technischen Museums Wien mit dem Titel "Inventarnummer 1938". Der dazugehörige Katalog bietet nicht nur einen guten Überblick über die Geschichte der ausgewählten Objekte, sondern auch über die Provenienzforschung im Museum und über die Geschichte des Museums in der Nazi-Zeit. "Man mag sich fragen, was soll denn dort schon sein?", schreibt Eva Blimlinger, die wissenschaftliche Koordinatorin der Kommission für Provenienzforschung


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