"In Wien wird man leicht nebelig"

Burgschauspieler Joachim Meyerhoff über seine Wahlheimat, sein Coming-out als Transe, die Trunkenheit seiner Großeltern und Politik auf der Bühne

GESPRÄCH: KLAUS NÜCHTERN, SARA SCHAUSBERGER | Feuilleton | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Als Joachim Meyerhoff 2013 nach Hamburg ging, war die Betrübnis groß: Der deutsche Schauspieler war seit 2005 im Ensemble des Burgtheaters gewesen und hatte sich schnell in die Herzen des Wiener Publikums gespielt - nicht zuletzt mit seiner zunächst auf der Bühne vorgetragenen und dann auch in Buchform erschienenen Autobiografie. Der jüngste Roman des Zyklus "Alle Toten fliegen hoch" erscheint dieser Tage: "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" - ein Zitat aus Goethes "Werther" - erzählt davon, wie der 20-jährige Joachim nach dem Unfalltod seines Bruders, von dem er während eines Austauschjahres in "Amerika"(so der Titel des ersten Romans) erfährt, nach München geht, um seinen Zivildienst abzuleisten. Als er sich stattdessen halbherzig für die Prüfung an der Otto-Falckenberg-Schule vorbereitet und dort tatsächlich aufgenommen wird, zieht er bei seinen Großeltern in deren Nymphenburger Villa ein.

Zum Abschiedsgespräch mit dem Falter im Juni 2013 war Joachim Meyerhoff

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