DAS EXPERIMENT

Im Sommer quartierte die Innenministerin 500 Flüchtlinge in der Slowakei ein. Amnesty International zeigte sich "angewidert". Und heute? Die Geschichte einer kleinen Erfolgsstory

Politik | REPORTAGE & FOTOS: FLORIAN KLENK/GABČÍKOVO | aus FALTER 45/15 vom 04.11.2015

Die einen riskierten ihr Leben auf Schlepperbooten. Andere schlüpften durch Stacheldrähte oder froren unter freiem Traiskirchner Himmel. Viele kamen an Österreichs Bahnhöfen an, stinkend, geschunden und erschöpft.

Und jetzt sitzen Hunderte dieser syrischen Flüchtlinge im Audimax der ehemaligen technischen Universität in Gabčíkovo, einem 5000-Einwohner-Ort nahe Bratislava. Sie sind wieder rasiert, frisiert, adrett gekleidet, halten ihre Kinder im Arm. Die würdelose Flucht scheint vorbei zu sein.

Vorne auf der Bühne des Hörsaals, wo normalerweise Professoren dozieren, stehen Beamte und Betreuer, darunter ein langhaariger Mann aus dem Burgenland, es ist Oberrat Harald Lipphart-Kirchmeir. Er ist der Leiter der burgenländischen Asylbehörde und erklärt das Asylsystem, beantwortet geduldig Frage um Frage. Ja, ihr bekommt ziemlich sicher Schutz, zumindest, wenn ihr Syrer seid. Ja, ihr bekommt ein Zimmer oder eine Integrationswohnung, wenn das Asylverfahren zu Ende ist. Nein, ihr müsst


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