Freud lag ihr näher als Marx und Engels

Zwei neu aufgelegte Romane von Maria Lazar erinnern an die lange vergessene Exilautorin aus Wien

Feuilleton | Porträt: Michael Omasta | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Belletristik, im Sinne leichter Unterhaltung, war nicht ihr Ding. Maria Lazars erster Roman heißt "Die Vergiftung", ihr erstes Bühnenstück "Der Henker". Später, im skandinavischen Exil, entstanden Titel wie "Die Eingeborenen von Maria Blut" und "Leben verboten". Selbst bei ihrem populärsten Roman, "Veritas verhext die Stadt", der zunächst in Fortsetzungen, dann als Buch erschien und schließlich als einziges ihrer Werke auch noch verfilmt wurde, handelt es sich nicht etwa um ein Jugendabenteuer, sondern um eine böse Geschichte von Denunziation und Mord in einer Kleinstadt.

Maria Lazar - 1895 in Wien geboren, 1933 emigriert, 1948 in Stockholm aus dem Leben geschieden - gehört zu den besonders gründlich Vergessenen unter den vom NS-Regime verfemten und vertriebenen oder ermordeten Autorinnen. Dabei war sie, das "rote Schaf" einer großen, jüdischkatholischen Familie, schon früh gut vernetzt in Künstlerkreisen. Sie besuchte die Schule von Eugenie Schwarzwald, an der sie Freundschaft


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