Menschen

Alles Lena!

Falters Zoo | Lukas Matzinger | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Zehn Jahre Lena Hoschek" ist eigentlich ein fragwürdiger Titel, wenn eine erwachsene Frau gefeiert wird. Aber mei! - man wird wohl schon verstanden haben, was man zu feiern hat. Vor ziemlich genau zehn Jahren hat Lena Hoschek ihr erstes Atelier in der Grazer Sporgasse eröffnet. Und seither ist viel passiert. Die Frau hat sich ein Business mit 15 Mitarbeitern aufgebaut, so viele schöne Preise und Kooperationen mit großen Namen vorzuweisen, dass die Hälfte aufzuzählen zu viel wäre, und letztlich ihren Lebensmittelpunkt nach Wien verschoben. Weshalb auch die Jubiläumssause nicht auf dem Grazer Schlossberg oder auf der Murinsel, sondern im Spiegelzelt des "Palazzo" im Wiener Prater zu sein hatte. Und da ließ es die Hoschek richtig bimmeln. "Sex, Glamour &Rock 'n'Roll" hat sie ausgerufen - und nicht enttäuscht: Eine Burlesque-Künstlerin tanzte schau, Dragqueens waren mehrere da, und eine bärtige Wahrsagerin las die Zukunft. Die Gefeierte selbst wurde schließlich im roten Oldtimer-Jaguar hereinchauffi ert. Dieses Varieté von einer Abendveranstaltung gönnten sich die treue Hoschek-Trägerin Enie van de Meiklokjes, die Castingshow-Sängerin Vera Doppler (vormals Böhnisch), die Freundin von Andreas Gabalier, Silvia Schneider, und Minisex-Gitarrist Rudi Nemeczek.

Auch H&M haute vergangene Woche eine ordentliche Sause raus. Und zwar zur selben Zeit in Wien und Los Angeles -was jetzt auch nicht nichts ist. Das Pariser Label Balmain hatte eine Kollektion für die und mit den Schweden entwickelt. Und das alles sollte auf unterschiedlichen Erdteilen gefeiert werden. In Wien tanzten der Musiker und André-Heller-Sohn Left Boy, die "Kiddy Contest"-Veteranin und jetzige Sängerin und Schauspielerin Zoë Straub und, auch hier, die ebenfalls "Kiddy Contest"-erprobte Vera Doppler (vormals Böhnisch) bei der Kleiderkette an. Und in Los Angeles kam eine gewisse Cindy Crawford. Pff, wer ist das schon?

Falls Sie sich fragen, was Thomas Brezina zurzeit so treibt: Also, er macht noch immer allerhand Kindermedien, und sonst hat der Mann 40 Millionen Bücher verkauft und muss auch nichts mehr tun, wenn er nicht will. Jedenfalls, was er auch macht, ist zum Beispiel im Dorotheum die Ausstellung von Bronzefiguren von Gott fried Kumpf anzumoderieren. So gesehen am vergangenen Donnerstag. Die kleinen Bronze-Löwen, -Nasenbären und -Faune können später so im Bereich um die 3000 Euro ersteigert werden.

Es ist nicht frei von Witz, wenn in der Woche, in der das (vorläufige) Ende des "Life Balls" bekanntgegeben wird, die alljährliche "Life Goes on"-Gala über die Bühne geht. Doch so sollte es heuer eben sein - und "Life Goes on" ist sowieso ein Anlass, der über jeden Witz erhaben ist. Für 150 Euro konnte man heuer im Rathaus essen und mit dem, was überbleibt, Menschen in schweren Lebenssituationen helfen. Heuer edelten der Sportreporterkönig Rainer Pariasek, der Wissensmoderator Hendrik Hey und der freche Tänzer Balázs Ekker den Abend und überreichten die "Taras" an Erich Artner, den Triathleten ohne Unterschenkel, und Maleen Fischer, die ihr Leben lang an Lungenhochdruck leiden wird und darüber ein Buch geschrieben hat.

Calexico ist eine Band, zu deren Konzerten man ohne schlechtes Gewissen den besten Freund, den Chef und die Mutter hinschicken kann. Die holen alle ab. Die können das. Das haben Joey Burns und John Convertino auch vergangene Woche im Museumsquartier bewiesen, als sie geschätzt 2000 zum Lächeln, Stampfen und Singen brachten. Was muss das für ein schönes, makellos gewinnendes Konzert gewesen sein, wenn selbst die frechen Florian Scheuba und Rupert Henning artig schunkelnd in der allerletzten Reihe gesichtet wurden.


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