"Wenn ich schon schreibe, dann gleich etwas Gescheites"

Eine Reihe österreichischer Autorinnen zeigt mit tollen und gleichzeitig unprätentiösen Büchern auf. Im Zentrum stehen Fragen nach Identität und Zugehörigkeit. Zwischen Vea Kaiser und Stefanie Sargnagel ist noch viel Platz

Feuilleton | Porträts: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Alles, nur keine Geschichten über Yoga. Lydia Haider, Marianne Jungmaier und Daniela Emminger sind sich einig, welche Bücher sie nicht schreiben wollen: Yoga-Romane - Wohlfühl-Literatur, die Roman-Plot und Lebenshilfe in einem serviert. Was sie schreiben wollen, wissen sie auch: dringliche Geschichten, die gern auch ein bisschen fordern und verstören dürfen.

Lydia Haider legt mit "Kongregation" einen mächtigen Debütroman vor, der sowohl sprachlich als auch auf der Handlungsebene beeindruckt. Erzählt wird das Buch in der Wir-Form. Es spricht eine Dorfgemeinschaft alternativer Jugendlicher, der das Leben auf dem Land und die Bräuche der Altvorderen zuwider ist. Doch die Gruppe wird durch eine grausige Todesserie arg dezimiert. Andere hätten aus dem Stoff einen Thriller mit Seitenhieben auf die Provinz und Scheinheiligkeit gemacht.

In Haiders Händen wurde daraus ein literarisches Kunstwerk in einer fesselnden, musikalischen Sprache, die sich zwischen Anklängen an Thomas Bernhard


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