Haus-der-Geschichte-Debatte: Was war, was kommt - und was bleibt?

Politik | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Eine überraschende Entscheidung und der Aufschrei Ende 2014 verkündet Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ), das "Haus der Geschichte" solle in der Neuen Burg am Heldenplatz einziehen.

Eine unorthodoxe Idee Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) schlägt Ende Juli vor, statt eines "Hauses der Geschichte", das in frei gewordene Räume des Kunsthistorischen Museums in der Neuen Burg einzieht, doch lieber gleich ein "Haus der Zukunft" auf dem Heldenplatz neu zu bauen.

Den Heldenplatz neu denken? Der Architekt Gerhard Steixner von der TU Wien plädiert im Falter für einen Museumsneubau und eine Öffnung des Heldenplatzes zum Ring. Barbara Tóth schlägt in der gleichen Ausgabe in ihrem Kommentar einen neuen Namen für den Platz vor: "Forum der Republik". Matthias Dusini hat zuvor für das Künstlerhaus und Hans Peter Haselsteiner als Sponsor plädiert.

Wie wäre es mit einem Museumsneubau? Wiens ehemaliger Planungsstadtrat Rudi Schicker, jetzt Klubobmann der SPÖ, argumentierte daraufhin für einen Neubau, aber gegen einen Neubau auf dem Heldenplatz. Oliver Rathkolb, Zeitgeschichtler und Vorsitzender des internationalen wissenschaftlichen Beirats des Hauses der Geschichte Österreich, plädierte für ein Museum in der Hofburg, wie er es selber vorbereitet. Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste, findet sowohl das neue Museum als auch den Standort höchst hinterfragenswert. Ihre Historikerinnenkollegin Heidemarie Uhl hingegen meint, dass die Debatte alleine schon zeigt, wie wichtig eine solche Institution für Österreich ist. Historiker Thomas Winkelbauer hinterfragte, ob es wirklich klug ist, nur die Republiksgeschichte Österreichs im Museum darzustellen. Architekt Klaus Steiner wünscht sich einen Neubau neben dem Parlament.


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