Mediaforschung Verführungskolumne

Nespresso: George Clooney bekommt endlich ein Model ab

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Vergessen wir einmal das Umweltproblem von Nespresso -also das mit den Kaffeekapseln, die sich zu riesigen Müllbergen türmen. Tauchen wir lieber ein in die Welt der Schönen und Reichen - also in jene von George Clooney, dem schönen Reichen, dem man aufgrund seines charmanten Lächelns nicht einmal hätte böse sein können, wenn er das Atomkraftwerk Fukushima eigenhändig in die Luft gesprengt hätte.

Clooney ist seit 2006 das Testimonial für Nespresso-Kaffeekapseln. Der Witz der erfolgreichen Kampagne: Frauenschwarm Clooney geht im Nespresso-Designerschuppen auf Aufriss, weil dort offensichtlich Models verkehren. Aber die wollen nicht ihn, sondern nur seinen Kaffee. Der erfolgsverwöhnte Playboy scheitert. So eine Geschichte mögen die Menschen.

In der neunjährigen Werbeschleife blieb die Geschichte meist gleich, aber weitere Stars gesellten sich zu Clooney. John Malkovich etwa. Oder Matt Damon (der ein Nespresso-Recyclingsackerl bewarb).

Im neuen Spot tritt der untersetzte Komiker Jack Black auf, der eh okay aussieht, aber auf der Hollywood-Beau-Skala (auf der Clooney die Zehn wäre) nur eine nasse Drei abgibt. Black flirtet mit der Nespresso-Tasse in der Hand ein Model an: "Nespresso - what more?" Doch die wandert zu Clooney, weil der endlich begriffen hat, was bei den Frauen zieht. Nämlich der offizielle Nespresso-Slogan: "What else?" Black macht's ihm nach - und bekommt das nächste Model ab. In der Welt der Schönen und Reichen ist vieles doch recht einfach.


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