Ein alter Mann und ein Klavier

Das Piano ist sein Herz, die Stimme ist sein Hirn. Der Songwriter Randy Newman triumphierte im Museumsquartier


Reportage: Lukas Matzinger
Feuilleton | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Ein freundlicher Alter betritt die Bühne. Er geht schlecht, hat einen Buckel, lächelt lieblich. Er setzt sich an seinen Steinway-Flügel. Ein alter Mann und ein Klavier - das Programm für diesen Abend.

Randy Newman ist einer der kleinsten Großen der Musikbranche. Der Songwriter wird oft als öder Kritikerliebling verstanden oder eigentlich dann eher nicht verstanden, mit dem das gemeine Unsereins nichts anzufangen weiß und dessen Lieder es nur dann in die Charts geschafft haben, wenn sie von Tom Jones oder Ray Charles nachgesungen oder in großen Filmen gespielt wurden.

Es stimmt ja. Randy Newman ist keine Ikone, kein Aufmüpfiger, kein Held im klassischen Sinn, und mit seinem näselnden Sprechgesang und seinem sperrigen Gesicht taugte er sein ganzes Leben nicht als Popstar. Wer zu Randy-Newman-Konzerten geht, will nicht überrascht werden und ganz sicher keine grobe Irritation erfahren.

Im Museumsquartier waren's am Donnerstag 1100. Alte Leute, graue Haare, Newman-Gesichter, alle ziemlich

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