Glaube an das Unglaubliche!

Mit seinem Triptychon "1001 Nacht" filmt der Portugiese Miguel Gomes gegen die Krise an

Feuilleton | Filmkritik: Michael Omasta | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Für das Kino, eine rasch alternde, vielleicht gar auch schon sterbende Kunst, wird es immer schwieriger, an unglaubliche Dinge zu glauben. Der naive Zauber des frühen Kinos rührt heute bestenfalls noch Kinder und Filmtheoretiker. Doch genau darin, ist der portugiesische Filmemacher Miguel Gomes überzeugt, liegt der Sinn von Kino: Fantasiere und glaube!

Die erste Idee, mit herkömmlichen Mitteln eines dokumentarischen Films über die Krise in seinem Heimatland zu erzählen, verwirft der Regisseur bald wieder. Nach zehn, 20 Minuten, während deren Werftarbeiter von der Schließung ihres Betriebs berichten, lassen sich Gomes und zwei Leute aus dem Filmteam bis zum Hals eingraben -und bitten im Gegenzug dafür, fortan nur mehr wirklich spannende Geschichten zu erzählen, um Gnade.

Inspiriert ist Gomes' sechsstündiges Filmtriptychon "1001 Nacht" von der orientalischen Märchensammlung gleichen Titels. Und ganz so wie Scheherazade, die der König von Persien als einzige seiner Frauen immer


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