STEIERMARK

Über Werte und Patrick Swayze

Die Zweite Liga für Kunst und Kultur startet ihren Werkzyklus zum Thema Werte

Lexikon | MARIA MOTTER | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Schon 2013 präsentierte Sebastian Kurz, damals Migrationsstaatssekretär, mit der "Rot-Weiß-Rot-Fibel" einen Wertekatalog für Zuwanderer. Jetzt fordert er verpflichtende Werteschulungen für Flüchtlinge. Werte stehen hoch im Kurs. Das Grazer Theater-und Performancekollektiv Zweite Liga für Kunst und Kultur dekliniert die Begriffe: "Frei nach Patrick Swayze" ist die erste Präsentation eines langfristigen Prozesses. Bis 2018 will die Zweite Liga einen Werkzyklus zu Werten schaffen. "Fragen wir uns, was uns wichtig ist, wenn es darum geht, Theater zu machen und eine neue Gesellschaft zu formen", erklärt Johannes Schrettle den Ausgangspunkt.

Mit Politik beschäftigen sich die Stücke stets, aber wie kommt jetzt Patrick Swayze ins Spiel?"Wir haben eine Affinität zu 80er-Jahre-Filmen. Darin zeigt sich die extreme Widersprüchlichkeit des Begriffs Freiheit. Etwa in 'Red Dawn/Die rote Flut', in dem Patrick Swayze und Charlie Sheen einen Guerillakampf gegen die Russen in Amerika führen, um die Freiheit zu verteidigen", so Schrettle. Hierzulande ist gerade die "Freeman-Bewegung" mit ihrer Abkehr vom Rechtsstaat und der Zuwendung zu einer selbstgebastelten Autonomie ein befremdliches Phänomen. Solidarität wird zum Fragezeichen.

Wie das Grazer Theater im Bahnhof ist auch das Kollektiv Zweite Liga für Kunst und Kultur auf Improvisation spezialisiert. "Diesmal wird die Freiheit formal noch ernster genommen. Das Stück wird auf der Bühne und im Prozess vollkommen improvisiert", verrät Autor und Regisseur Johannes Schrettle. "Wir sind alle Regisseure, Dramaturgen und Performer des Abends." Vera Hagemann, Barbara Kramer, Klaus Meßner, Christina Lederhaas und Johannes Schrettle folgen gewählten Spielregeln, die einen als Zuschauer jedoch nicht weiter tangieren werden. Premiere hat "Frei nach Patrick Swayze" im Schauspielhaus, denn die neue Intendantin Iris Laufenberg stellt Räume für 100 Tage der freien Szene zur Verfügung, um ihr "Auge in Auge" zu begegnen.

Schauspielhaus, Haus 3, Premiere Mi 20.30


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