Wenn die Kaiserin die Koffer packt

Die Mäzenin Francesca Habsburg will ihre Sammlung aus Wien abziehen. Was bedeutet das für den Standort?

Falter & Meinung | Kommentar: Matthias Dusini | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Vergangene Woche gab die Kunstsammlerin Francesca Habsburg einer Schweizer Zeitung ein Interview, das seither die Kunstszene beschäftigt. Sie habe nicht vor, länger in Wien zu bleiben. "Ich merke: Österreich ist doch nicht meins."(Siehe auch Interview auf Seite 27.)

Die Abwanderung Habsburgs wäre ein Verlust. Die Stadt hat in den letzten Jahren mit der Bawag Foundation und der Generali Foundation bereits zwei wichtige mittelgroße Institutionen verloren, die ein kreatives Gegengewicht zu den unbeweglichen großen Häusern darstellten. In Städten wie Mailand, London oder Berlin sind große private Sammlermuseen entstanden, während hier das einzige große Projekt, das Essl Museum in Klosterneuburg, einer düsteren Zukunft entgegensieht. Hans Peter Haselsteiner will nach dem Kauf der Sammlung Essl seine Ausstellungsaktivitäten nach Wien verlagern - Ausgang ungewiss. Nach einem Aufschwung in den 80er- und 90er-Jahren hat die zeitgenössische Kunst in Wien wieder an Bedeutung verloren.


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