Die Gazellen des Asphalts

Junge, urbane Menschen setzen auf alte Rennräder. Studenten und Designerinnen, Fotografen und Buchhändlerinnen fahren mit Stahlrahmen aus den 70er-Jahren - einfach, weil sie schön sind

Stadtleben | Hommage: Othmar Pruckner | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Man könnte sagen, sie sind unpraktisch. Die dünnen Reifen verfangen sich gern in Straßenbahnschienen. Die Bremshebel sitzen weit vorne am Rennlenker, bremsbereites Fahren wird dadurch nicht eben erleichtert und über die Bremskraft reden wir lieber erst gar nicht. Viele der alten Renner sind licht-und leuchtenlos. Der Gepäckträger fehlt, kein praktisches Körberl kann montiert, keine Packtasche angehängt werden. Die Kette läuft ungeschützt und offen. Sehr leicht kann es passieren, dass sie auf dem Hosenbein schwarze Schmierflecken hinterlässt und so die Hose für immer versaut.

Es soll auch vorkommen, dass sich die Hose zwischen Scheibe und Kette verfängt. Über die Konsequenzen dieser Malaise schweigen wir hier nobel. Die Schaltung funktioniert, wenn überhaupt, nicht präzise, die Hebel am Rahmen müssen mit viel Feingefühl umgelegt werden, um die Kette auf das große Ritzel oder die kleine Scheibe zu führen: ein langer Lernprozess. Auch erfahrenen Retro-Fahrern springt die


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