Nüchtern betrachtet

Was der Buddhismus uns fürs Biertrinken lehrt

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Mit Leuten, die Thomas heißen, kann man gut trinken. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Mit einem Thomas bin ich Anfang der 90er-Jahre einmal neun Stunden lang bei einem Bier pro Stunde zusammengesessen. Als das Lokal, in dem wir uns schon recht früh getroffen hatten, zusperrte, haben sich noch die beiden Frauen vom Nebentisch sowie der Typ, der diese die ganze Zeit lang zugetextet hatte, zu uns gesellt, und wir haben so lange weitergemacht, bis der Typ seine von uns einigermaßen systematisch desavouierten Anbratambitionen endgültig aufgegeben hatte. Eine der beiden Frauen sah ein bisschen aus wie Natalie Wood, die andere leider überhaupt nicht. Auf der weiten Strecke von ganz gut abgefüllt bis bummzu lag sie uneinholbar vorn. Wir sind dann alle nach Hause gewankt, und Thomas und ich haben uns immer wieder gerne an diesen geglückten Abend erinnert. Aus bestimmten lebensführungsideologischen

Lagern ist immer wieder der Einwand zu vernehmen, dass übermäßiger Alkoholkonsum und ein


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