Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (239)

Stadtleben | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Frau B. ärgert sich regelmäßig maßlos über "die Leute, die sich in einer vollen U-Bahn immer auf den äußeren Platz setzen und nicht reinrücken oder erst nach vielen bösen Blicken". "Was tun?", möchte sie wissen.

Ihre bösen Blicke in Ehren, werte Frau B., aber Sie kennen sicherlich den Spruch "Durchs Reden kommen d'Leut zam". Es stehen Ihnen also - nebst Ihrer Böser-Blick-Methode - zwei weitere zur Verfügung: Die minimalinvasivste ist wohl die, auf den beliebten Gangplatz zu verzichten und sich ans Fenster durchzuwurschteln - je nach Belieben stillschweigend und begleitet von giftigen Blicken oder aber von einem lauten "Sie gestatten, bitte?!". Die zweite Methode wird zugegebenermaßen selten angewandt, da sie direkten zwischenmenschlichen Kontakt verlangt: Sie fordern den Gangsitzer mit einem "Würden Sie bitte hineinrutschen?" auf, seinen Platz zu räumen. Verweigert er, können Sie immer noch mit Blicken töten.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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