Film Festivaltipps

Konfetti und Kräheneier: Kinderfilme aus aller Welt

Lexikon | KIRSTIN BREITENFELLNER | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Die Zeitlosigkeit des Kinos beweist der Eröffnungsfilm des 27. Internationalen Kinderfilmfestivals "Aniki Bóbó -Raus bist du" des großen, im April verstorbenen portugiesischen Regisseurs Manoel de Oliveira, mit dem Kinder (ab 7) in die Hafenstadtatmosphäre von Porto im Jahr 1942 eintauchen können -eine klassische Rivalitätsgeschichte von zwei Buben, die in dasselbe Mädchen verliebt sind, voll Witz und Tempo und mit wunderbaren Schauspielern. Dass es nicht immer so leicht für Kinder war wie heute, zeigt auch das kleine Meisterwerk "Konfettiernte", das ein Mädchen an der Schwelle zwischen Kindheit und Jugend in einer streng protestantischen Familie in den Niederlanden der 1980er-Jahre porträtiert, poetisch und leichtfüßig, trotz der Schwere des Themas (ab 12). Am Schluss macht sich Katelijne (beeindruckend gespielt von Hendrikje Nieuwerf) vom elterlichen Bauernhofs auf in die höhere Schule.

Über den eigenen Tellerrand lässt es sich auch in zwei mit Preisen überhäuften indischen Filmen schauen: "Dhanak -Regenbogen" über einen blinden Buben, dem seine Schwester verspricht, dass er ab neun wieder sehen wird, und "Kaaka Muttai -Kräheneier" über zwei Buben, die alles daran setzen, ihre erste Pizza essen zu können (ab 8). Der ästhetische Höhepunkt aber ist "Song of the Sea -Das Lied des Meeres", ein Animationsfilm, in dem ein keltischer Mythos aufbereitet wird (ab 8). Ben lebt in einem Leuchtturm, seine Mutter verschwand bei der Geburt seiner Schwester Saoirse, die halb Mensch, halb Feenwesen, die Geschichte ins Laufen bringt, als sie einen weißen Robbenmantel anzieht -eine Orgie an Ornamentik und ein modernes Märchen über Mut und Hilfsbereitschaft.

Von 14. bis 22.11. im Cine, Cinemagic in der Urania, Votiv und Gartenbau (Info: www.kinderfilmfestival.at)


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