Kicker in den Slums, Gauner in den Palästen

Sportjournalismus besteht bloß aus sinnlosen Interviews nach dem Match? Von wegen. Die Konferenz "Play the Game" zeigt, wie Investigativreporter den Sport sauberer gemacht haben

Medien | Konferenzbericht: Johann Skocek, Aarhus | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015


Illustration: Jochen Schievink

Illustration: Jochen Schievink

Wenn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) dubiose Zahlungen leistet, um mutmaßlich die Weltmeisterschaft 2006 ins Land zu holen, wird das von Sportjournalisten wie Jens Weinreich im Spiegel aufgedeckt. Wenn Russlands Präsident Wladimir Putin und der Scheich von Katar, Hamad bin Chalifa Al Thani, die Strippen ziehen, um die WM 2018 und 2022 zu bekommen, steht das im Buch der englischen Enthüllungsjournalisten Heidi Blake und Jonathan Calvert („The Ugly Game“) von der Sunday Times. Wenn Russlands Leichtathletikverband mutmaßlich systematisches Doping seiner Sportler deckt, ja mitorganisiert, thematisiert das der Aufdeckerjournalist Hajo Seppelt in der deutschen ARD.

Das Fach des Sportjournalisten hat sich längst von der Beschränkung auf Matchberichterstattung emanzipiert und hilft bei der Ermittlung von Skandalen. Natürlich nicht ganz uneigennützig, denn Aufdeckerstorys verkaufen Zeitungen und bringen: Quote.


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