Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Der russische Transgender-Aktivist Sascha plant eine Demo


Benedikt Narodoslawsky
Politik | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Sascha sagt, er sei in Russland auf der Straße angegriffen worden. Als Transgender habe er weder einen Job bekommen noch studieren dürfen. "Man konnte die psychische Gewalt jede Minute spüren", sagt Sascha. Er floh aus Russland, strandete in Österreich und bewarb sich mit seinen künstlerischen Arbeiten an der Akademie der bildenden Künste, die in Geschlechterfragen als sehr sensibel gilt. Er schaffte die Aufnahme, aber: Um sich als Student formal zu registrieren, muss sich der Transgender zwischen dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht entscheiden.

"Wir würden das gerne generell ändern, aber das Problem liegt nicht bei uns", sagt Uni-Rektorin Eva Blimlinger, "denn in Österreich ist ein drittes Geschlecht gesetzlich nicht vorgesehen. Man müsste dafür das Gesetz ändern. Das ist ein grundsätzliches Problem." Nächste Woche will Sascha mit Mitstreitern deshalb für das Recht demonstrieren, in Österreich offi ziell als Transgender gelten zu dürfen.

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FALTER 47/18

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