Katharinas Nachtwache Was in Wiens Partyszene passiert -Veranstaltungen im Überblick

Back for better or for worse: die Burt Bar

Lexikon | Katharina Seidler ist Musikjournalistin und Mitarbeiterin von FM4. Sie prüft die Beats und Partys der Wiener Clubszene | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Nicht ohne Grund gehörten die Partys in der Brut Bar in den letzten Jahren zu den beliebtesten, überfülltesten und nettesten der Stadt. Egal, wen man fragt, die Menschen mochten besonders den warmen Holzboden und die gemütliche Atmosphäre, in der man sich immer wie im Wohnzimmer eines Freundes fühlte. Das ist jetzt Geschichte. Nach mehrmonatiger Umbaupause ist das Brut wieder offen; die Bar im Obergeschoß heißt nun aber burt und hat sich sozusagen in ihr Gegenteil verwandelt. Fort sind die Holzplanken und weißen Wände, der schwarz-graue Boden spiegelt das einheitliche, industriell-kühle Dunkelgrau der kompletten Einrichtung wider. Die Bar ist an die Hinterseite des Raumes übersiedelt und sieht nun ebenfalls nach blitzblankpoliertem Szeneclub aus. Wenigstens den herrlichen Raucher-und Plauderbalkon hat das grauen Redesign noch nicht erreicht. Aber vielleicht geht uns ja bald ein Licht auf, warum uns genau so ein Ort in Wien noch gefehlt hat.

VORSCHAU

DONNERSTAG (12.11.): Konzertabend: Halsbrecherischer Jazzcore von Lightening Bolt im Fluc, Science-Fiction-Synthpop von Soft Riot im Kramladen, freigeistiger Softrock von Destroyer in der Szene Wien, Dreampop von Lower Dens in der Arena. Außerdem führt das Trio Say Yes Dog Electropop im Rhiz auf, und Prcls verbindet Ambient und tanzbares Sounddesign im Celeste.

FREITAG: Die schillernde Róisín Murphy stellt im Museumsquartier ihr heuer erschienenes Album "Hairless Toys" vor, und die Grazer Lo-Fi-Popperinnen Just Friends and Lovers bespielen das Fisch-Fest im Bach. Fauna versprüht Spuktechno und Geisterambient im Club Massiv, bevor Überraschungsgast Mykki Blanco mit seiner "C-ore"-Show Technogrime, Noise, Rap und Performance-Aktivismus zum Explodieren bringt. SEDVS reichert im Werk Techno mit EDM und Industrial an, das Berliner Livetechno-und House-Trio Fjaak baut seine Modularsynthesizer in der Grellen Forelle auf, und auch der Schwede Dorisburg setzt in der Pratersauna bei seiner Liveversion von Techno und House auf analoge Maschinen.

SAMSTAG: Der 90s Club wird zwölf! Zum Geburtstag im Loft gratulieren als DJs etwa die Schauspielerin Hilde Dalik und der Youtube-Herzblattstar Georg aus Wien. Randy Barracuda quetscht in der Grellen Forelle funky, von ihm miterfundene Skweee-Beats aus seinen Synthesizern, und der Amerikaner Lando verlegt im Werk Techno, der von einer Vorgeschichte in steppigeren Gebieten kündet. Wolfram und Get a room feiern Disco-Eklektizismus bei einer Doppelparty zwischen Heuer und Kunsthalle, und B.Ranks von den Clubs Raw und Sirene verkündet im Celeste Neuigkeiten aus dem weiten Feld des UK Bass. seidler@falter.at


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