Ohren auf Alessa Records

Tanz den Tango, cross over - und bleib dabei "loca"

Feuilleton | Miriam Damev | aus FALTER 46/15 vom 11.11.2015

Feine Töne kommen seit über zehn Jahren vom österreichischen Label Alessa Records. Mastermind Peter Guschelbauer, selbst Musikproduzent, Komponist und Verleger, hat hier hervorragende Musiker aus dem Jazz-und Weltmusikbereich um sich geschart.

Hinter Profundkontra etwa stecken Emmerich Haimer (Kontragitarre) und Martina Engel (Bratsche) - sie klassisch ausgebildete Musikerin, er früherer Hardrocker. Seit 2008 machen sie gemeinsam Musik. Auf "Bleib Loca -Tango Vienès" experimentieren sie virtuos mit ihrem liebsten Genre, dem Tango. In zwölf eigens komponierten bzw. arrangierten Paraphrasen kommt dieser mal als Wienerlied getarnt, mal im Marsch-, Walzer- oder Polkagewand daher. Sinnlicher "Valentango" oder lieber lauer "Sommertag"? Ein "Letzter Kaffee" zum Abschied? Davon muss sich jeder selbst ein Hörbild machen - am besten begleitet von einem guten spanischen Rotwein.

Auf ihrem gemeinsamen Album "Mind the Gap" unternehmen die Cellistin Melissa Coleman und die Pianistin Monika Lang eine abenteuerliche Reise zwischen Operette und Jazz. Sie interpretieren Lehárs Evergreen "Dein ist mein ganzes Herz" neu, flirten mit Walzer und Tango, improvisieren über ein Lied aus Arnold Schönbergs "Buch der hängenden Gärten" und tanzen bei Hans Tschiritsch lustvoll aus dem Takt.

2013 haben sich die beiden Akkordeonisten Atanas Dinovski und Paul Schuberth zusammengetan, um gemeinsame Sache zu machen. Heuer im Frühjahr ist "Improvokation" erschienen, ihr Debüt, das sie prompt ins Finale des "Austrian World Music Awards" katapultiert hat (sie werden am 4. Dezember ab 19.30 Uhr im Porgy & Bess vergeben). Warum? Weil Dinovski-Schuberth den Begriff "Crossover", von Jazz und Balkanfolk über Tango und Traditionals bis hin zu wilden Improvisationen zwar nicht neu erfinden, dafür aber genial interpretieren.


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