Warten in Traiskirchen

Vom Theater lernen: Im Stück "Schutzbefohlene performen Jelineks ,Schutzbefohlene'" werden Flüchtlinge auf die Bühne gebeten

Feuilleton | Reportage: Sara Schausberger | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015

Wie könnte man besser Deutsch lernen als mit richtiger Hochkultur, einem Text von Elfriede Jelinek zum Beispiel? Ihr Theaterstück "Die Schutzbefohlenen" soll den Neuankommenden hier in Österreich beim Spracherwerb helfen, das ist zumindest die Ausgangssituation des Theaterabends "Schutzbefohlene performen Jelineks ,Schutzbefohlene'".

Jelineks Text ist eine Reaktion auf die Proteste jener Asylwerber, die 2012 in der Wiener Votivkirche Schutz suchten, und auf die Flüchtlingstragödien im Mittelmeer. Die Regisseurin Tina Leisch und der Schauspieler Bernhard Dechant arbeiten seit dem Sommer mit einer Gruppe von Flüchtlingen aus dem Lager in Traiskirchen zusammen. Sie performen in dieser Inszenierung, die von Theater zu Theater wandert und beim Nestroy 2015 mit dem Spezialpreis ausgezeichnet wurde, Jelineks Text.

Bei der Aufführung im Werk X sitzen Frauen, Kinder, junge Burschen und Männer auf dem Boden. Sie unterhalten sich leise, eine Band macht Musik mit Cello und Klavier, Sun Sun Yap


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