Angst & Lust: Die unpopulistische Ausstellung "Politischer Populismus"

Feuilleton | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015

Mit "Politischem Populismus" hat die gleichnamige Ausstellung in der Kunsthalle Wien nur wenig zu tun. Lediglich Anna Jermolaewa und Goshka Macuga beschäftigen sich mit einem (rechts)populistischen Thema, dem Hass auf die zeitgenössische Kunst. Jermolaewa organisierte in Moskau eine Anti-Kunst-Demo, Macuga dokumentierte die Attacken auf eine blasphemische Skulptur in Polen.

Mit dem spekulativen Titel und bei freiem Eintritt für alle will Kunsthalle-Direktor und Kurator Nicolaus Schafhausen selbst Volkstümlichkeit suggerieren - und diese Erwartung dann durch unpopulistische Inhalte enttäuschen. Die präsentierten Arbeiten greifen Themen auf, die nur indirekt mit dem Phänomen populistischer Politik zu tun haben.

So zeigt der Künstler Trevor Paglen in der Videoinstallation "89 Landscapes" die Überwachungsanlagen britischer und US-amerikanischer Geheimdienste. Die riesigen Lauschkugeln flimmern im Kamerazoom, sodass ebenso romantische wie bedrohliche Landschaftsbilder entstehen. Man spürt


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