Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (240)

Stadtleben | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015

Frau T. fragt sich, ob sie es akzeptieren muss, dass ein gläubiger muslimischer Mann bei einem Empfang nicht die Hand reichen will.

Zuerst einmal die Gegenfrage an Frau T.: Stört Sie der Nicht-Handshake wirklich so sehr, dass Sie bereit sind, in einen Höflichkeitskonflikt einzutreten? Wenn ja, gilt es, vieles auszuhandeln. Gläubige Muslime reichen fremden Frauen nicht die Hand, weil sie ihre Ehre nicht verletzten wollen. Sie meinen es also nicht beleidigend, auch wenn es in unserer Kultur so aufgefasst werden könnte. Zweite Frage: Ist es ein Empfang, in dem die Regeln seiner Kultur oder die Regeln Ihrer Kultur vorherrschend sind? Auch davon kann abhängen, ob sein Verhalten unpassend wirkt - oder Ihr Beharren auf einem Händedruck. Am besten ist es in so einem Fall, das Thema höflich, aber direkt anzusprechen. "Sehr geehrter Herr X., ich würde Ihnen gerne die Hand geben, stört es Sie?"

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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