Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Schweppes Cola

Ein großartiges Cola mit fieser Tricktechnik

Stadtleben | MS | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015

Ob Johann Jacob Schweppe, geboren 1740 in Witzenhausen, geahnt hat, dass er mit seinen Limonaden die Welt erobern würde? Er hatte es vermutlich gehofft. Mit dem Schweppes Fountain auf der Weltausstellung 1851 in London konnte das Unternehmen zumindest sein Patent für Soda eindrucksvoll inszenieren.

Viele Firmen haben sich schon an die Herstellung des heiligen Grals Cola gewagt, aber die meisten sind daran gescheitert. Die große Ausnahme neben der Referenzlimonade Coca-Cola ist jene von Fentimans, eine ehrwürdige, in Nordostengland beheimatete Firma, in der es überhaupt einiges Großartiges zu entdecken gibt.

Aber zurück zu Schweppes. Deren Cola ist nun auch in Österreich erhältlich, nachdem das bereits 1985 in Australien eingeführt wurde. Was blieb, ist das Schwarz und das elegante Flaschendesign.

Öffnet man das schöne Ding, weht einem der Duft von Pepsi entgegen, was nicht unbedingt zum weiteren Konsum ermutigt. Aber - dieses Cola überrascht geschmacklich und ist weit weniger süß als Coca-Cola. Denkt man. Dieser Eindruck täuscht. Die schlappe Differenz von 0,2 Gramm Zucker pro 100 Milliliter hätte man nicht vermutet. Jedenfalls hinterlässt dieses Cola nicht das Gefühl von fünf aufgelösten Stück Würfelzucker im Mund. Interessante Technik: Zucker so einsetzen, dass man ihn nicht schmeckt. Cola sollte nur in Zeiten erhöhter Aufmerksamkeit und bei unbändiger Partylust konsumiert werden (und Fentimans als Zutat für den großartigen Curiosity Highball). Sic!


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