TV-Kolumne

Zeit am Schirm

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015

Die Verbotsgesellschaft und der Gouvernantenstaat sind kollektive Projektionen, an denen sich die liberale Gesellschaft lustvoll abarbeitet. Diesen diffusen Begriffen war die ORF-Doku "Settele und die 10 Verbote - Die Lust alles zu regeln" gewidmet. Der Journalist Hanno Settele war der Guide durch EU-Verordnungen, Rauchverbote und Schanigartenbestimmungen.

Settele spielt den verschreckten Kleinbürger, der vor lauter Binnen-Is, "Neger"-Zensuren und gesundem Konsum die Welt nicht mehr versteht. Die Aussagen von Gesprächspartnern wie dem schwarzen deutschen Comedian Marius Jung sind so verkürzt, dass am Ende das Phantasma einer neoautoritären Gesellschaft übrig bleibt, wie man es aus den Liedern von Freiwild und den Schriften von Thilo Sarrazin kennt. Noch nie lebten die Menschen so frei wie heute; Kirche, Eltern und Lehrer haben ihre Autorität verloren. Im ORF ist so viel politische Einseitigkeit eigentlich verboten.


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