Stadtrand Urbanismuskolumne

Der Tourist will doch nur parken

Lukas Matzinger weiß nicht genau, was an Parkautomaten so verkehrt wäre

Stadtleben | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015

Eines schönen Abends kommt er nach Wien, der unbescholtene Tourist. Er ist zufrieden, kaufkräftig, riecht gut. Alles, was er will, ist, sein Auto zu parken. Er stellt es also ab, sein Kfz, im Bezirk seiner Wahl, und dann ist er schon da, der Moment, in dem er aber schön schauen wird, der unbescholtene Tourist. Denn er wird nicht wissen, wie er seinen Parkplatz bezahlen soll.

Er wird also sein Handy einschalten und ins österreichische Netz roamen. Er wird lesen, dass man in Wien Parkscheine noch in Trafiken kauft. Er wird losfahren, um so eine Trafik zu suchen, doch er wird keine finden, weil es schon nach 18 Uhr ist, parken kostet aber bis 22 Uhr. Dann wird er nochmal roamen, das gibt's ja nicht. Er wird was von "elektronischem Parken" lesen. Er wird sich online registrieren müssen, mit Nummer und Autokennzeichen, er wird ein Guthaben aufladen müssen, per Kreditkarte oder Online-Banking, er wird ein SMS verschicken müssen, mit der Parkdauer. Und wenn er dann eine Bestätigung bekommt, dann darf er parken, der unbescholtene Tourist. Doch dann ist es, wahrscheinlich, eh schon 22 Uhr.


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