Fremde Welten

Die Comic Con kommt in die Stadt und erfreut Trickfilm- und Science-Fiction-Fans. Eine Reise durch ein anderes Wien und seine erstaunliche soziale Kraft


Szeneschau: Lukas Matzinger
Stadtleben | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015


Freaks seien sie, Nerds, Sonderlinge. Wie oft haben sie das schon gehört? Wunderliche Außenseiter, die dem Alltag entkommen wollen und Fluchtmöglichkeiten aus ihrem Leben suchen. Wie oft das? Die Comicsammler und Science-Fiction-Fans, die Fantasyspieler und Verkleidungskünstler, die Seriennerds und Japan-Freunde bekommen einiges zu hören in ihrem Leben. Warum nur?

Der Anstieg von Wohlstand und Tagesfreizeit hat der Welt ein paar schöne neue Marotten beschert. Mit Modelleisenbahnen zu spielen etwa, zu Mittelalterwochenenden zu fahren oder Flohmärkte zur Erweiterung der eigenen Teeservicesammlung abzugrasen. Ein bisschen Eskapismus ist jedem gegönnt; eine kleine Bei-Realität, seine persönliche Insel der Beunruhigungslosigkeit. Man kann die Welt wenigstens einmal in der Woche neu anfangen lassen – gerade auch in der Großstadt Wien.

Nirgendwo sonst in Österreich gibt es annähernd so viele Treffen, Börsen und Geschäfte, die diesen nicht zuletzt auch Wirtschaftszweig bedienen. Das ganze bunte Land zieht es nach Wien – weshalb es hier mehr Comicgeschäfte gibt als im doppelt so großen Berlin. Dazu hat Wien die Comix-Messe zweimal im Jahr, die Comic & Film Börse viermal im Jahr und für Freunde der Japanologie die Aninite und die Nippon Nation je einmal im Jahr. Was als Gegenkultur begonnen hat, ist heute lebendige Popularkultur.

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