Sie sprechen von Krieg

Paris danach: ein entschlossener Präsident, Notstandsgesetze, Kriegsrhetorik und eine Stadt, die in der Stunde der Angst zusammenrückt und sich auf einen Kampf einschwört

Politik | Reportage: Michael Neubauer/Paris | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015

Die Flammen der Teelichter flackern, der Wind schafft es nicht, sie auszublasen. Blumen liegen am heruntergelassenen Metallgitter der Brasserie Belle Équipe in der Rue de Charonne. Auch Tage nach den Anschlägen treffen sich hier noch Trauernde, Anwohner zeigen ihre Solidarität. Ein Mann fotografiert zwei Einschusslöcher im Schaufenster der benachbarten Patisserie. "Da sind noch Blutflecken", sagt eine Frau, verblassende Kreidestriche auf der Straße zeugen von der Ermittlungsarbeit der Polizei.

Auch Dominique Bruneau, 57, steht auf der leergeräumten Terrasse des Restaurants und legt weiße Rosen nieder. Über ihr hängen fünf Heizstrahler, die beliebten Geräte, die es den Parisern erlauben, auch bei kaltem Schmuddelwetter draußen auf der Terrasse zu sitzen. Auch am Freitagabend des 13. November war die Terrasse voller Menschen. Um 21.36 Uhr eröffneten von einem dunklen Seat aus die Attentäter mit Maschinengewehren das Feuer. 19 Menschen starben.

Dominique Bruneau wohnt nur wenige


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