DIE MACHT DER STILLEN MITTE

In meiner Gemeinde sind Flüchtlinge angekommen. Es sind vor allem Frauen, die nun helfen. Gedanken über die Hilfe am Land

Politik | Essay: Daniel Kosak | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015

Es ist schon dunkel, als die Familie M. bei uns in der Gemeinde ankommt. Müde sind sie alle, müde und erschöpft. Das Ehepaar ist mit zwei kleinen Kindern unterwegs, das dritte soll am 25. Dezember auf die Welt kommen und Maria heißen. Vor vier Monaten sind sie in Aleppo aufgebrochen und haben so ziemlich jeden Bestandteil einer schwierigen Flucht hinter sich. Von Schleppern um Geld betrogen. Wenige Kilometer vor der türkischen Küste mit dem Boot fast abgesoffen, stundenlang sind sie im Wasser getrieben, bis sie jemand herausfischte. Erst beim dritten Versuch hat die Überfahrt auf die griechische Insel geklappt. Danach: Balkan-Route. Zug, Bus, Fußmärsche, längere und kürzere Aufenthalte in diversen Lagern in Ungarn. In Neusiedl wurden sie schließlich aufgegriffen. Über Villach, Thalham und Mondsee sind sie letztlich bei uns gelandet. Als erste von mehreren syrischen Familien, die nun in Altlengbach Unterschlupf gefunden haben und hier einen neuen Anfang suchen.

An diesem Abend


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