Nachgetragen

Funkhaus: 31 Kaufinteressenten haben sich beim ORF gemeldet

Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015

Die Front gegen den Verkauf des ORF-Funkhauses ist breiter geworden. Nach dem kreativen Protestaufgebot der vergangenen Woche mit Promi-Demonstranten von Robert Menasse bis Marlene Streeruwitz (der Falter hat berichtet) dreht nun auch die Politik die Tonstärke auf. Die Gewerkschaft erklärte sich vergangene Woche mit den Funkhaus-Fans solidarisch. Sie unterstütze "diesen Kampf", damit die ORF-Mitarbeiter weiterhin "Qualitätsjournalismus machen dürfen". Der grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl forderte die Regierung indes mit einem Entschließungsantrag im Parlament dazu auf, den geplanten Verkauf noch zu verhindern.

Hintergrund: Wie bereits mehrfach berichtet, plant der ORF, alle Sender auf dem Küniglberg zusammenzuziehen und das Funkhaus - die Heimat der Radiosender Ö1 und FM4 - aufzugeben. Kritiker befürchten nicht nur eine Qualitätsminderung des Kulturradios Ö1, sondern auch Nachteile für die Stadt, die mit dem Funkhaus einen Kulturtreffpunkt im Zentrum der Stadt verlieren könnte.

Bereits Anfang November hatten die Wiener Grünen deshalb angekündigt, einen Baustopp für das denkmalgeschützte Funkhaus verhängen zu wollen. Nun präsentierten sie die Erkenntnisse eines Rechtsgutachtens, das von einem Verfahrensanwalt stammt. Er hat schwerwiegende rechtliche Bedenken bezüglich des Verkaufsprozesses des ORF-Funkhauses geäußert, dessen erste Phase vergangene Woche geendet hat.

Der ORF erklärt per Aussendung, die "öffentlichen Stellungnahmen" der Gegner zum Funkhaus-Verkauf würden nicht den Tatsachen entsprechen, und preist lieber die "erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens", die durch die getroffene Standortentscheidung möglich sei. 31 potenzielle Käufer für das Funkhaus hätten ihr Interesse angemeldet. "Allein schon die große Zahl an Interessenten zeigt, dass damit der Grundstein für die erfolgreiche Durchführung eines transparenten Verkaufsprozesses gelegt werden konnte."


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