Die Glosse vom Falter

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Falter & Meinung | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015

Sie haben etwas auf dem Herzen und hätten gern mütterlichen Rat? Doch Ihre eigene Mutter ist nicht da oder versteht Sie einfach nicht? Dafür gibt es Abhilfe. Für 40 Dollar pro Stunde können Sie sich eine Mutter mieten. Sofern Sie in New York City wohnen.

Dort lebt die 63-jährige Nina Keneally. Sie hat zwei erwachsene Söhne und arbeitete in einer Drogenberatungsstelle. Sie machte die Erfahrung, dass viele junge Menschen einfach jemanden brauchen, der mit ihnen redet, ihnen eine Suppe kocht oder sie in ihren Zukunftsplänen bestärkt. Daraus ist jetzt der Service "Need a Mom" geworden, Kontakt aufnehmen kann man über die Website.

Das Geschäftsmodell ist ausbaufähig. Wie viele Frauen beklagen sich darüber, dass ihre Partner keine Freundin, sondern eine Mutter suchen? Ab zur Leihmutti! Und wie viele Mütter erdrücken ihre Kinder mit zu viel Fürsorge? Eine Profi-Helicopter-Mom liebt auf Distanz. Beim Postödipuskomplex heißt es nicht "Fuck your mother!", sondern - "Zahlen, bitte!".


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