Uns bleibt immer noch Paris

Die Dschihadisten hassen die Idee, ein Europa der Menschenrechte könnte den Muslimen ein besseres Zuhause bieten als ihr eigenes Reich

Politik | Essay: Doron Rabinovici | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015

Der Dschihadismus erklärt uns den Krieg, und indem er uns die Logik der militärischen Auseinandersetzung aufzwingt, feiert er bereits seinen Triumph. Ignorant wäre es deshalb zu leugnen, was längst schon Wirklichkeit ist. Es braucht für die Attacken der Mörder, wie nun zu sehen war, gar keine Karikaturen und auch keine Propheten. Es geht nicht gegen den Imperialismus, nicht gegen Symbole der Macht, nicht gegen Insignien westlicher Vorherrschaft, nicht gegen Zentren des kolonialistischen Abendlands. Nein.

Ziel war der Fußball. Opfer sollten die Sportfans werden. Der Hass gilt dem Spiel. Wer im Café sitzt, hat sein Recht auf Leben verwirkt. Wer ein Rockkonzert besucht, soll ermordet werden. Der Todfeind ist die Zivilgesellschaft. Die Ideologie hetzt gegen die Juden, gegen die Andersgläubigen, gegen selbstbestimmte Frauen, gegen Homosexuelle, gegen den freien Menschen schlechthin.

Dieser Terrorismus begnügt sich nicht mit einzelnen Anschlägen. Er operiert nicht im luftleeren Raum.


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