Nachgesehen

Flüchtlinge: Ein Halleluja vom Wiener Hauptbahnhof

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | Nina Brnada | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015

Tausende kommen täglich am Wiener Hauptbahnhof durch, sie steigen ein, sie steigen aus, sie steigen um. In letzter Zeit allerdings blieben hier aber viele Flüchtlinge tagelang in den Hallen und in Passagen rund um den Bahnhof hängen. Auch heute noch sind manche von ihnen dort, wenn auch in viel geringerer Zahl als noch vor einigen Wochen.

Es ist Donnerstag, 17.30 Uhr, Erdgeschoß des Bahnhofs, gleich neben der Filiale der Autoverleihfirma Sixt. Hier ist der Raum der Stille, weiße Wände, weiße Stelen. Hier wollen nun Gemeindemitglieder der Pfarre Zum Göttlichen Wort aus Favoriten für diese unbekannten Gestrandeten beten. Es sind durchwegs ältere Gläubige, Damen und Herren in Steppjacken und mit Lockenfrisuren. Ein Paar mit Hund, das nicht zur Gruppe gehört, kommt ebenfalls herein. Pater Albert, ein gebürtiger Ghanaer, liest die Messe. Hier wird nicht nur für jene gebetet, die flüchten, sondern auch für alle anderen, die jetzt Angst haben.


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