"Die Musik hat über die Boshaftigkeit triumphiert"

Campino hat mit den Toten Hosen eine Klassik-Platte gemacht. Ein Gespräch über den Pariser Terror, Schönberg, Punk und die Fußball-EM

Feuilleton | Interview: Gerhard Stöger | aus FALTER 47/15 vom 18.11.2015


Foto: Patrick Domingo / AFP / picturedesk.com

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Die Toten Hosen waren der große Publikumsmagnet beim „Voices for Refugees“-Konzert am 3.10. auf dem Heldenplatz. Eine Woche vor der Wien-Wahl lieferte Campino, Sänger der deutschen Rockstars mit Punkwurzeln, auch die pointiertesten Ansagen. „Ihr seid so eine tolle, bunte, schlitzohrige Stadt“, rief er mehr als 100.000 Menschen zu. „Lasst euch diese Stadt nicht wegnehmen von diesem Karlheinz … Christian … Strache und seiner FPÖ!“ Beim Telefonat sechs Wochen später – es fand drei Tage nach den Pariser Anschlägen statt – gibt sich Campino ungleich zurückhaltender, seine Antworten kommen nicht wie aus der Hüfte geschossen, sondern wohlüberlegt.

Der Spaß bleibt auch auf dem bemerkenswerten neuen Album der Band außen vor: „‚Entartete Musik‘. Willkommen in Deutschland – Ein Gedenkkonzert“ (siehe S. 38) bietet den Mitschnitt von drei Konzerten, die die Toten Hosen vor zwei Jahren mit dem Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule im Gedenken an die Nazi-Ausstellung „Entartete Musik“ in Düsseldorf gespielt haben.


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