Theater Kritiken

Groovy: Nestroys Zwei-Klassen-Posse

Lexikon | SS | aus FALTER 48/15 vom 25.11.2015

Unten wohnen die Armen, die sich den Mietzins nicht leisten können, oben die Reichen. Grotesk sind ihre Körper, groß die Nasen, überdimensional die Ohren (Kostüme: Marie-Luise Lichtenthal). Die Regisseurin Susanne Lietzow hat Nestroys Posse "Zu ebener Erde und erster Stock" als überzeichnete, clownesk märchenhafte Komödie inszeniert, in der das Schäbige auch wirklich schäbig ist und die arme Familie Schlucker nach einem ausgiebigen Restaurantbesuch schon mal die zweistöckige, schwarze Bühne (Aurel Lenfert) vollkotzt. Die zum Teil recht bösen Couplets über Flüchtlingskrise und Terrorangst grooven, die Bühnenband (musikalische Leitung: Gilbert Handler) spielt eine Mischung aus Kammermusik, Wienerlied und Punk. Ein Abend über Leute, die allesamt zum Betrug bereit sind, egal ob arm oder reich. Gut ausgehen kann das nicht. Super!

Volkstheater, Di 19.30


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