Wieder gelesen Bücher, entstaubt

Das Buch der Umweltbewegung

Politik | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 48/15 vom 25.11.2015

Am 27. September 1962 erschien in den USA das Buch "Silent Spring"(Der stumme Frühling) der Marinbiologin Rachel Carson. Der Öffentlichkeit war sie bis dahin als Autorin solider Sachbücher über die Wunder der Natur bekannt, doch dieses neue Werk veränderte die Einstellungen einer ganzen Generation zur belebten Umwelt. Rückblickend gilt "Der stumme Frühling" als Initialzündung für die Umweltbewegung und manche Rezensenten vergleichen seine Auswirkungen auf unsere Gesellschaft mit Darwins "Über die Entstehung der Arten".

In einem Vorwort zu einer späteren Ausgabe schreibt der deutsche Historiker Joachim Radkau: "Der Stumme Frühling war 1962 mit seiner Verbindung von Wissenschaft, Poesie und Protest ein Sachbuch neuen Typs." Carson zeigt darin die Folgen des maßlosen Einsatzes des Insektizids DDT für Gesundheit und Natur auf und erklärt ökologische Zusammenhänge, die auch ein halbes Jahrhundert später noch immer nicht zur Gänze in der Gesellschaft angekommen sind: Folgen der Monokultur, die globale Verschleppung von Tier-und Pflanzenarten und die rasante Ausbreitung von Giften in den Nahrungsketten.

Präsident John F. Kennedy lud Carson in den Ausschuss des US-Senats zur Untersuchung von Pestiziden, und ihre klaren Aussagen führten letztlich zur Gründung der US-Umweltbehörde sowie zehn Jahre später zum Verbot von DDT. Eine Sternstunde engagierter Vernunft!

Rachel Carson: Der stumme Frühling. C. H. Beck, 348 S., € 13,40


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