Das Phantom bei der Oper

Der Betreiber des Le Meridien ist pleite. Wie kann das bei einem gut geführten Hotel sein?

Politik | Check-in: Josef Redl | aus FALTER 48/15 vom 25.11.2015

Das Hotel Sacher hinter der Wiener Oper ist längst kein typisches Beispiel für die moderne Hotellerie mehr: Es heißt Sacher, es gehört der Familie Sacher, und es wird von der Familie Sacher geführt. Die Eigentumsverhältnisse sind geklärt und die Bilanzen solide.

Die Geschichte des Le Meridien, nur wenige Schritte vom Sacher entfernt am Opernring, ist da schon etwas komplizierter gestrickt. Der Betreiber des Fünf-Sterne-Hotels hat Insolvenz angemeldet. Die Gründe dafür sind allerdings nicht nur in Wien zu suchen, sondern auch in Frankfurt, London und in der Steueroase Luxemburg. Vielleicht ist der Fall Meridien nur ein ganz normaler Konkursfall, vielleicht ist er aber auch ein Kriminalfall. Das Meridien ist ein typisches Beispiel dafür, wie das Hotelgeschäft heutzutage funktioniert - oder eben auch nicht.

Die Beherbergung von zahlungskräftigen Gästen ist längst ein globalisiertes Business. Ein moderner Hotelbetrieb läuft meist nach demselben Schema: Die Hotel-Immobilie gehört


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