ALLAH UND TESTOSTERON

Der junge muslimische Mann macht allen Angst. Zu Recht?

Politik | Essay: Sibylle Hamann | aus FALTER 48/15 vom 25.11.2015

Ein junger Mann steht an der Grenze. Ein Flüchtling. Er ist nicht allein, neben ihm stehen hunderte, die ähnlich ausschauen wie er. Er hat einen Rucksack auf dem Rücken und ein Handy in der Hand. Man schaut ihm ins Gesicht: dunkler Teint, wache Augen, kräftiger Körper. Er hat schon einiges durchgestanden auf seiner Reise, man sieht ihm seine Entschlossenheit an. Wahrscheinlich ist er syrischer, irakischer oder afghanischer Abstammung, mit ziemlicher Sicherheit Muslim und stammt aus einer konservativen Gesellschaft. Sonst weiß man nichts über ihn. Er habe "eine Portion Frauenverachtung im Gepäck", vermutet Alice Schwarzer. Was der wohl bei uns so vorhat, ganz allein?

Wie er wohl mit seinen sexuellen Bedürfnissen umgeht? Ob wir unsere Mädchen besser von ihm fernhalten?

Ein junger Mann steht an der Ecke. Irgendwo in einem Einwandererviertel einer westlichen Großstadt, in Favoriten, im Berliner Neukölln, im Pariser Saint-Denis oder im Brüsseler Molenbeek. Er schaut dem Mann an der


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