Enthusiasmuskolumne Diesmal: Die beste elternfreundliche Kindermusik der Welt der Woche

Songs vom Bär und seinen Mini-Hipstern

Feuilleton | Nicole Scheyerer | aus FALTER 48/15 vom 25.11.2015

Die Arten der Marter sind mannigfaltig. Ob preußische Kinderchöre, penetrante "Kiddy-Hits" oder pathetische Disney-Soundtracks à la "Die Eiskönigin", Eltern kleiner Kinder sind akustischen Waffen ausgesetzt, die selbst die Härtesten mürbe machen.

Noch bevor die Autotür geschlossen ist, kommt schon der Befehl "Kindermusik!!!" vom Rücksitz, und wehe, die Erziehungsberechtigten versüßen die öden Fahrten nicht durch Gedüdel! Leider gibt es nur sehr wenige Scheiben, die Klein und Groß auf Dauer bei der Stange halten. Dem Wiener Indie-Musiker Matthäus Maier alias Matthäus Bär gelingen solch ungemein rare Songs, die auch Erwachsene gerne lauter drehen.

So sorgt sein 2013 erschienenes Album "Matthäus Bär singt seine großen Kinderlieder" auch jetzt noch für Mitwippen, und die ganze Familie stimmt in Refrains wie "Ich will jetzt ein Eis" ein. Nun wird nachgelegt. Begleitet von der Little Hipster Band - seinen jüngeren Geschwistern und der eigenen kleinen Tochter - liefert Matthäus Bär eine neue Platte mit überraschend rockigem Intro. Ins Kinderzimmer halten "Stromgitarre, Schlagzeug, Bass" Einzug, mit denen viele Popstile durchprobiert werden. Mit dem herrlichen "Stadtlied" fliegen wir über die Dächer, die Nummer "999 (Nein!)" liefert Verweigerungssound, während "Größenwahn" und "Arbeitslied" vom Erwachsen-sein-Wollen und dem oft zachen Großsein erzählen.

Von "Rockbär" bis "Schlaflied" spannt Maier den Bogen seines bezaubernd arrangierten Albums, auf dem sein typisch lakonischer (Sprech-)Gesang und Humor wieder Evergreenqualität garantieren. Am 29. November um 14 Uhr präsentieren Matthäus Bär und die Little Hipster Band im Gartenbaukino die neue, von Phonotron verlegte CD.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige