Mein "Alles wird gut"-Prinzip

Wie viel an Terrormeldung ist Kindern zumutbar? Falter-Kolumnistin Heidi List erzählt von ihren Erfahrungen


Essay: Heidi List
Stadtleben | aus FALTER 48/15 vom 25.11.2015

Meine Freundin und ich, wir beenden seit vielen Jahren jedes Gespräch mit dem Satz: "Alles wird gut." Egal, was zu besprechen ist. Psychologen würden sagen, wir ankern. Klar, über die Jahre hat sich abgesehen von einer Unzahl an scheinbar Wichtigem, was zu diskutieren war, woran wir uns aber heute beim besten Willen nicht mehr erinnern können, auch einiges an Schicksalsschlägen angesammelt. Seien es verlorene Kinder, Todesfälle, versemmelte Jobs oder Haustierdramen.

Und doch, wir leben so, wie es irgendwann einmal tief in uns eingepflanzt wurde, nämlich in der eigenartigen Gewissheit, dass auf jeden Fall alles gut zu werden habe. In unserer eigenen 1970er-Jahre-Kindheit gab es weltpolitisch und innerfamiliär durchaus auch viel Schlechtes. Kalter Krieg, Atomgefahr, Elvis Presleys Tod, Arbeitslosigkeit und somit auch existenzielle Probleme in der Familie.

Wir haben es heute mit den gleichen Ängsten von damals in einer mutierten Form zu tun. Wieso also fühlt sich der Satz "Alles wird

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