Kolumne Außenpolitik

Es braucht eine Überprüfung der Antiterrorpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 48/15 vom 25.11.2015

Die historische Stadt Timbuktu war vor drei Jahren dabei, zu einer Art Rakka Westafrikas zu werden, einer afrikanischen Variante der dschihadistischen Hochburg in Syrien. Bewaffnete Tuareg, die von einem Staat der Nomadenvölker träumen, hatten die Zentralregierung aus dem Norden von Mali vertrieben. Waffen und Bündnispartner kamen aus Libyen. Doch die stolzen Tuareg waren rasch an den Rand gedrängt. Eine islamistische Rebellengruppe aus der Westsahara übernahm die Macht. Es begann die Zerstörung jahrhundertealter Mausoleen und Bibliotheken. Bis nach Marokko und Algerien reichte die Ausstrahlung der Organisation al-Quaida im Islamischen Maghreb. Vom Rande der Sahara sollte der Dschihad nach Marokko, Algerien und Tunesien getragen werden.

Die Vision von der Destabilisierung Westafrikas nach dem Vorbild Syriens steht auch hinter der blutigen Geiselnahme in der Hauptstadt Bamako letzte Woche. Sie ist nicht aus der Luft gegriffen. Das benachbarte Marokko ist wiederholt von Terroranschlägen


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